Landtagswahl Hessen

am 28. Oktober 2018

Gesundheit

Unsere FragenCDUSPDBündnis 90 / Die GrünenDie LinkeFDPAfD

Zum Themenfeld Gesundheit haben wir den zur Wahl stehenden Parteien folgende Fragen gestellt:

Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch in Zukunft sicherstellen?

Schwindende Infrastruktur – Ausdünnung der Krankenhauslandschaft – unattraktive berufliche Rahmenbedingungen: Welche Lösungen bietet Ihre Partei hier an?

In den nebenstehenden Reitern können Sie die Antworten der jeweiligen Parteien auf diese Fragen vergleichen.

Anmerkung der Redaktion
Die Antworten der Parteien sind hier im Original wiedergegeben. Die Ausführungen wurden nicht gekürzt oder anderweitig redaktionell bearbeitet. Für die Inhalte sind die entsprechenden Parteien verantwortlich.

600px-Cdu-logo.svg
Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch in Zukunft sicherstellen?

Die Sicherung der ambulanten medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ist die wichtigste Herausforderung in der Gesundheitspolitik. Dabei gilt: Die Qualität der ärztlichen Behandlung darf nicht vom Wohnort abhängig sein. Jemand, der auf dem Land wohnt, muss genauso gut behandelt werden wie jemand, der in der Innenstadt einer Großstadt wohnt.
Wir werden Modelle in der Telemedizin erproben, mit denen wir hier unterstützen können.
Um die Versorgung von Patienten im ländlichen Raum zu sichern, werden wir die guten Erfahrungen mit Versorgungsassistenten, die an Hausarztpraxen angeschlossen sind und Hausbesuche machen, nutzen und dieses Modell verstärken und ausweiten.
Auch werden wir die Arbeit der Gemeindeschwestern, die hilfebedürftigen Menschen, insbesondere im ländlichen Raum, in über gesundheitliche Fragen hinausgehenden Angelegenheiten unterstützend und beratend zur Seite stehen und damit auch der Vereinsamung vieler Menschen entgegenwirken, begleiten. Bei Bedarf werden wir dieses Angebot noch weiter ausbauen.
Wir setzen uns dafür ein, dass es weiterhin Anreize für Ärzte zur Ansiedlung im ländlichen Raum gibt.
Bei der Vergabe der Studienplätze in der Medizin wollen wir eine Landarztquote einführen; wir wollen jungen Menschen unabhängig von den derzeit sehr strengen Anforderungen beim Numerus Clausus die Möglichkeit zum Medizinstudium eröffnen, wenn sie dazu bereit sind, anschließend in einem unterversorgten Gebiet als Arzt tätig zu sein.
Wir setzen uns für die Apotheke vor Ort ein und sprechen uns für das Versandhandelsverbot aus. Zudem werden wir auf den Ergebnissen der von der Hessischen Landesregierung durchgeführten Abfrage über die Hebammenversorgung in Hessen aufbauen und die für die Zukunft erforderlichen Maßnahmen für eine gute Hebammenversorgung treffen.

Schwindende Infrastruktur – Ausdünnung der Krankenhauslandschaft – unattraktive berufliche Rahmenbedingungen: Welche Lösungen bietet Ihre Partei hier an?

Wir wollen den Landärztinnen und -ärzten ein flexibles, an ihren Bedürfnissen orientiertes Arbeiten ermöglichen. Deshalb wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, in Gemeinschaftspraxen oder gemeinsam mit anderen Ärztinnen und Ärzten in Medizinischen Versorgungszentren tätig zu sein. Medizinische Versorgungszentren wollen wir mit einer Anschubfinanzierung unterstützen, wenn sie Aufgaben von Landarztpraxen übernehmen und sie als Zweigpraxen fortführen.
Mit den Kommunen werden wir über eine bessere Vergütung von Amtsärztinnen und -ärzten verhandeln. Die Ausbildung zur Amtsärztin bzw. zum Amtsarzt wollen wir vereinfachen.
Darüber hinaus wollen wir insbesondere im Bereich der Notfallversorgung Verbesserungen erreichen und die Einbindung von Krankenhäusern in die ambulante Versorgung unterstützen, wo dies zur Sicherung der flächendeckenden medizinischen Versorgung notwendig ist.
Wir wollen unsere Krankenhäuser auf einem hohen qualitativen Niveau erhalten und investieren hier zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der stationären Versorgung auch unter besonderer Berücksichtigung der Zukunftsaufgaben IT-Sicherheit und Digitalisierung.
Damit Krankenhäuser auch in Zukunft wirtschaftlich arbeiten und erhalten werden können, werden wir weiterhin für Verbundlösungen werben. Auch bieten wir Krankenhäusern finanzielle Anreize zur verstärkten Verbundbildung.
Wir werden dafür sorgen, dass unsere Krankenhäuser dem demografischen Wandel und den Bedürfnissen der älter werdenden Gesellschaft gerecht werden. Wir werden die Geriatrie besonders in den Blick nehmen.

SPD_logo.svg
Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch in Zukunft sicherstellen?

Der Beruf des „Landarztes“ muss aufgewertet werden. Hier sind Prämienmodelle durchaus denkbar, um die Differenz bei der Honorierung im Vergleich zu Großstadtpraxen auszugleichen. Wir wollen auch Alternativen zu Einzelpraxen installieren, beispielsweise medizinische Versorgungszentren, Gemeinschaftspraxen und genossenschaftliche Modelle. Hinzu kommt unser Modell der „Gemeindeschwester plus“, die solche medizinischen Hilfestellungen leisten kann, die nicht zwingend von einem approbierten Mediziner erbracht werden müssen. Hilfreich ist auch eine bessere Vernetzung der ambulanten und der stationären Bereiche in der Fläche.

Schwindende Infrastruktur – Ausdünnung der Krankenhauslandschaft – unattraktive berufliche Rahmenbedingungen: Welche Lösungen bietet Ihre Partei hier an?

Die Krankenhausversorgung muss besser gesteuert werden. Die wohnortnahe Vollversorgung in Krankenhäusern lässt sich beispielsweise im Klinikenverbund erreichen. Für uns ist es auch ein mögliches Modell, den Landarztberuf über Anstellungsverhältnisse mit geregelten Arbeitszeiten attraktiver zu machen. Hierbei kämen wieder die oben angesprochenen Versorgungszentren, Gemeinschaftspraxen und genossenschaftlichen Modelle zum Tragen.


Bündnis_90_-_Die_Grünen_Logo.svg
Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch in Zukunft sicherstellen?

Schwindende Infrastruktur – Ausdünnung der Krankenhauslandschaft – unattraktive berufliche Rahmenbedingungen: Welche Lösungen bietet ihre Partei hier an?

Antwort BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf beide Fragen gemeinsam:
Wir wollen die Gesundheitsversorgung auch im ländlichen Raum auf einem guten Niveau sicherstellen. Durch eine bessere Verknüpfung des ambulanten und stationären Bereichs wollen wir z.B. die ambulante Facharztbehandlung in Krankenhäusern im ländlichen Raum er-möglichen. Darüber hinaus wollen wir mit medizinischen Versorgungszentren dem Mangel an Hausärzten begegnen und damit ein verlässliches Angebot für die örtliche Bevölkerung schaffen. ÄrztInnen können dann direkt bei der Kommune angestellt werden und dadurch familienfreundlichere Arbeitszeiten erreichen. Auch die Verantwortung und der Aufwand, eine eigene Praxis zu führen, fallen dann weg. In der Geburtshilfe setzen wir uns dafür ein, dass jede schwangere Frau wohnortnah eine Geburtshilfe-Station erreichen kann. Insgesamt wollen wir den ländlichen Raum stärken, auch durch besseren Nahverkehr in der Fläche und gute Infrastruktur, siehe auch die Antworten auf Fragen unter Infrastruktur / Wohnen.


500px-Die_Linke_logo.svg
Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch in Zukunft sicherstellen?

Es gibt zu wenige Ärztinnen und Ärzte, die unter den aktuellen Bedingungen bereit sind, sich auf dem Land niederzulassen. Um dies zu ändern, sind folgende Maßnahmen erforderlich.
1. Es müssen mehr Ärztinnen und Ärzte insbesondere mit der Fachrichtung Allgemeinmedizin
ausgebildet werden, dafür müssen auch die Universitäten mehr Kapazitäten zur Verfügung
stellen. Die Vergabe von zusätzlichen Studienplätzen könnte an die Verpflichtung gebunden
werden, anschließend als Allgemeinmedizinerin oder Allgemeinmediziner in ländlichen
Gegenden Hessens zu arbeiten. Die Ausbildungskapazitäten in der Facharztausbildung
müssen ausgeweitet werden, mehr Plätze für praktisches Jahr in der Allgemeinmedizin zur
Verfügung gestellt, evtl. sollte dies zum Pflichtfach werden.
2. Die Infrastruktur auf dem Land muss so ausgestattet sein, dass sich junge Ärztinnen und
Ärzte niederlassen wollen. Dazu gehört entsprechender Wohnraum, Kinderbetreuungs‐ und
Bildungseinrichtungen, Kulturangebote, Verkehrsinfrastruktur, Arbeitsplätze für
Ehepartnerinnen und Ehepartner, etc.
3. Junge Ärztinnen und Ärzte wollen eher im Angestelltenverhältnis tätig sein. Hier bieten sich
medizinische Versorgungszentren an, diese können auch von Kommunen eingerichtet
werden. Die MVZ, aber auch andere Formen der Zusammenarbeit mehrerer Ärztinnen und
Ärzte, können ein Kern für ein Gesundheits‐ und Sozialzentrum sein. Dort findet Beratung
durch soziale Institutionen statt, es gibt Räume für Vereine, Selbsthilfegruppen,
Demenzbetreuung, ein Demenzcafé, das auch Begegnung zulässt. Es werden weitere
gesundheitsfördernde Einrichtungen, wie Ergo‐, Physio‐, Psychotherapie, Logopädie,
ambulante Pflegedienste, Mittagstisch, etc. angesiedelt. Ein Beispiel dafür ist das
Gesundheitsversorgungszentrum in Oberzent im Odenwald.
4. Bei der Finanzierung der ärztlichen Leistungen sollten die Kassen die Bedingungen im
ländlichen Raum stärker berücksichtigen, beispielsweise dass mehr Hausbesuche und längere
Fahrten erforderlich sind.
5. Wir brauchen in allen Kreisen und kreisfreien Städten Hessens Gesundheitskonferenzen, in
denen alle Einrichtungen der Gesundheitsversorgung gemeinsam mit der Kommune die
gesundheitliche Versorgung beurteilen und gestalten.

Schwindende Infrastruktur – ausgedünnte Krankenhauslandschaft – unattraktive berufliche Rahmenbedingungen: Welche Lösungen bietet Ihre Partei hier an?

Wir brauchen lebenswerte Bedingungen im ländlichen Raum – das gilt nicht nur für die gesundheitliche Versorgung. DIE LINKE fordert von der Landesregierung strukturpolitische Maßnahmen für ländliche Regionen. Der öffentliche Nahverkehr muss ausgebaut werden, Schulen müssen erhalten bleiben, Ämter und Behörden müssen bürgerinnen‐ und bürgernah zur Verfügung stehen, Arbeits‐ und Ausbildungsplätze in mittelständischen Betrieben gefördert, Einrichtungen der öffentlichen Hand müssen (wieder) angesiedelt werden, Freizeit und Kulturangebote müssen erhalten bleiben und der flächendeckende Breitband‐ und Mobilfunkausbau muss unterstützt werden. Auch deshalb fordern wir den Ausbau der kommunalen Selbstverwaltung, der den Kommunen mehr Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Erst dadurch ist der Erhalt und Ausbau der Infrastruktur in der Gesundheitsversorgung, im Nahverkehr, in der Bildung, bei Bibliotheken, Schwimmbädern, Theatern, sozialen Einrichtungen, etc. möglich. Ein Teil der Krankenhäuser gerade im ländlichen Bereich ist noch in kommunaler Hand. Hier müssen die Kommunen von der Landesregierung in die Lage versetzt werden, auch defizitäre Einrichtungen zu tragen und die Häuser zu unterstützen, aus den roten Zahlen zu kommen. Das Land ist rechtlich verpflichtet, die Investitionen der Krankenhäuser zu finanzieren. Dies erfolgt allerdings nur etwa zur Hälfte. Wir brauchen eine Gesundheitspolitik, die bedarfsgerecht ist und mit der Krankenhäuser ihr Überleben nicht dadurch sichern müssen, dass möglichst viele teure Operationen durchgeführt werden. Dies schadet den Sozialversicherungssystemen, den Krankenhäusern, den Trägern von kleinen Kliniken der Gesundheitsversorgung auf dem Land und nicht zuletzt den Patientinnen und Patienten.


Logo_der_Freien_Demokraten.svg
Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch in Zukunft sicherstellen?

Die ärztliche Versorgung nicht nur mit Facharzt-, sondern auch mit Hausarztpraxen, wird aufgrund vieler Faktoren ein zunehmendes Problem, vor allem auf dem Land.
Die Altersstruktur der Ärzteschaft entwickelt sich analog der restlichen Bevölkerung, so dass in den nächsten Jahren ein Viertel der praktizierenden Kinderärztinnen und –ärzte in Ruhestand geht. Auf der anderen Seite sind zu wenige Medizinabsolventen bereit, eine Praxis zu übernehmen. Dies wiederum liegt an dem hohen wirtschaftlichen Risiko, das mit einer eigenen Praxis verbunden ist sowie an dem System von geringen Pauschalen, Deckelungen und Regressen in diesem Bereich.
Wir Freie Demokraten wollen die Budgetierung im Gesundheitswesen abschaffen. Sie hat zu einer Unterfinanzierung der medizinischen Versorgung sowie zu einem Ausbluten der gesundheitlichen Versorgung in den ländlichen Regionen und sozialen Brennpunkten geführt.
Deshalb muss die Finanzierung der Leistungen, die von der Ärzteschaft ambulant erbracht werden, auf den Prüfstand und neu geregelt werden.
Hinzu kommt, dass heute überwiegend Frauen das Medizinstudium abschließen, die daran interessiert sind, Familie und Beruf vereinbaren zu können und deshalb Teilzeitangebote favorisieren. Die Politik muss sich auf diese neuen Voraussetzungen einstellen und nicht nur die Budgetierung aufheben, sondern auch für eine flächendeckende, ganztägige und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung sorgen. Dafür setzen wir uns bereits ein und werden dies auch weiterhin tun.
Weitere Stichpunkte sind: Überführung von Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Sektor, Vernetzung und Entbürokratisierung aller Versorgungsstrukturen inklusive Pflege und Therapie mit Hilfe der Digitalisierung, verstärkte Förderung von Gemeinschaftspraxen und Gesundheits- Versorgungs-Zentren in ärztlicher Selbstverwaltung sowie Attraktivitätssteigerung des ländlichen Raums durch Ausbau und Qualitätssteigerung der Kindertagesbetreuung sowie eine Verbesserung der Mobilität.

Schwindende Infrastruktur – Ausdünnung der Krankenhauslandschaft – unattraktive berufliche Rahmenbedingungen: welche Lösungen bietet Ihre Partei hier an?

Wir Freie Demokraten wollen mehr Geld in die Verkehrsinfrastruktur investieren, denn eine gute Anbindung des ländlichen Raumes an die Ballungszentren über schnelle Verkehrswege ist der Schlüssel für die Attraktivität ländlicher Regionen.
Die Ausdünnung der Krankenhauslandschaft ist notwendig, muss aber mit Augenmaß geschehen, so dass jederzeit gewährleistet sein muss, dass die Bevölkerung flächendeckend bei zumutbaren Entfernungen gut versorgt ist.
Bundesweit haben wir eine deutlich höhere Bettendichte als in den Nachbarländern Dänemark, Niederlande oder der Schweiz. Viele Kliniken schreiben seit vielen Jahren rote Zahlen, sind nicht ausgelastet und qualitativ verbesserungswürdig. Deshalb wird sich die Krankenhauslandschaft in den nächsten Jahren dahingehend verändern, dass sich Klinikverbünde bilden, die miteinander kooperieren und dadurch Kosten einsparen. Darüber hinaus wird es gefördert, dass sich Kliniken spezialisieren und nicht mehr jede Leistung anbieten. Dadurch wird sich die Qualität verbessern.
Für den ländlichen Raum ist ein Gesundheitszentrum mit Haus- und Fachärzten oder eine Tagesklinik oft sinnvoller als ein kleines Krankenhaus. Und für viele Operationen und spezielle Abklärungen ist es für die Patienten oft besser etwas weiter in ein spezialisiertes Krankenhaus zu fahren als das Nächstbeste aufzusuchen.
Eine kleine Studie der Zeitung DIE WELT hat festgestellt, dass die Deutschen eine große Loyalität gegenüber ihren kommunalen kleinen Krankenhäusern vor Ort zeigen. Drei von vier Bürgern vertrauen „ihrer“ Klinik. Die Kompetenz bei schweren Erkrankungen sehen sie aber bei den Universitätskliniken und den privaten Krankenhäusern! Sie möchten dann ein großes Team von Topärzten und Spezialisten haben.
Die stationäre, die ambulante und die Notfall-Versorgung, müssen so verzahnt werden, dass es trotz einer Reduzierung von Krankenhäusern und weniger ambulanter Arztpraxen bei einer guten flächendeckenden Versorgung bleibt. Die Stichworte in diesem Zusammenhang sind: Gemeinschaftspraxen, Verlagerung von stationären Leistungen in den ambulanten Sektor, Gesundheitszentren, Abschaffung der Budgetierung, Klinikverbünde, Verzahnung mit der Notfall-Versorgung.


500px-Alternative-fuer-Deutschland-Logo-2013.svg
Wie wollen Sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch in Zukunft sicherstellen?

Schwindende Infrastruktur – Ausdünnung der Krankenhauslandschaft – unattraktive berufliche Rahmenbedingungen: Welche Lösungen bietet Ihre Partei hier an?

Die Sicherstellung der Vorhaltung von Gesundheitseinrichtungen ist zentrale Aufgabe des Staates. Wir sehen im Erhalt kommunaler Krankenhäuser einen wichtigen Bestandteil der Kommunal- und Landespolitik. Diese müssen bedarfsgerecht finanziert werden, eine Privatisierung kommunaler Krankenhäuser lehnen wir ab.
Um die medizinische Versorgung im ambulanten Bereich sicherzustellen, fordern wir die Schaffung von ausreichend Studien- und Anschlussstudienplätzen. Weiter fordern wir die Vergabe von Stipendien bei Facharztweiterbildungen auf dem Land sowie die Einführung einer Landarztquote. Die Kassenärztliche Vereinigung als Vergabestelle von Landarztsitzen muss verpflichtet werden, mehr Flexibilität bei Einzelfallregelungen und lokalen Lösungsmodellen zu zeigen.
Im Bereich der notärztlichen Versorgung müssen regionale Besonderheiten Beachtung finden. Landkreisen und Kommunen müssen bei der Findung individueller Lösungskonzepte Unterstützungsangebote und Förderungen zur Verfügung gestellt werden.
Durch eine bessere Vernetzung der Notrufnummer mit der Rufnummer für ambulante Notfälle, kann der Notdienst entlastet werden, da im Vorfeld die Bedarfsfrage des Rettungsdienstes geklärt werden kann.
Ein weiterer zunehmend wichtiger Faktor für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum wird die Telemedizin darstellen. Wir setzen uns für den Ausbau der Telemedizin und die verstärkte Einbindung in die Regelversorgung ein.
Voraussetzung hierfür ist eine gute Breitbandinfrastruktur und schnelles Internet sowie ein Förderprogramm, welches Fach- und Hausärzte bei der Beschaffung telemedizinischer Gerätetechnik und der Etablierung eines IT-gestützten Fallmanagementsystems unterstützt.